Podcast-Interview zur aktuellen 6,5-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde von Retraced

Retraced arbeitet an der digitalen Transparenz der Lieferkette

04/11/2022
header image
Foto: (c) Retraced

Retraced ist ein deutsches Technologieunternehmen, das eine digitale Plattform für Nachhaltigkeitsmanagement für Mode- und Textilunternehmen anbietet, die digitalisierte Lieferketten und Compliance-Datenmanagement ermöglicht. Die Plattform ermöglicht es Unternehmen, ihre Lieferketten transparent zu gestalten und bis zum Ursprung der Rohstoffe zurückzuverfolgen. Derzeit verfügt das Unternehmen über ein Netzwerk von mehr als 600.000 Lieferanten auf seiner Plattform und erzeugt damit nach eigenen Angaben starke Netzwerkeffekte. . Retraced wurde 2019 in Düsseldorf gegründet und konnte bisher 40 Modemarken in Europa und den USA für seine Plattform gewinnen, darunter Joop, Strellson, Marc O’Polo und Galeria Kaufhof.

Hintergrund des aktuellen Podcast-Interviews zwischen Lukas Pünder und Jan Thomas ist die aktuelle Finanzierungsrunde unter der Führung von Alstin Capital. Der Risikokapitalgeber aus München investiert “in wachstumsstarke Technologieunternehmen, die das Potenzial haben, zukünftig signifikante Marktpotenziale zu erschließen”. An der Runde beteiligten sich auch der Risikokapitalgeber F-Log Ventures sowie der bestehende Investor Samaipata. Das frische Kapital soll in die Weiterentwicklung und Automatisierung der Plattform sowie in die Expansion des Unternehmens fließen…

“Die jüngere Zielgruppe verfügt leider über zu wenig Kaufkraft”

Lukas Pünder

Auf die Frage nach der Zielgruppe des Unternehmens erklärt Lukas Pünder, dass man sich ursprünglich an die jüngere Generation gewandt habe, die zwar Wert auf Nachhaltigkeit lege, aber nicht über die Kaufkraft verfüge: “Das Problem ist, dass diese Generation noch relativ jung ist und nicht über die Kaufkraft verfügt, die man sich wünschen würde. Das heißt, für die Modeunternehmen ist es dann natürlich oft eine Business-Case-Entscheidung und sie sagen, ja, in den nächsten 5 bis 10 Jahren müssen wir hier bereit sein. Aber die Dringlichkeit hat oft gefehlt und deswegen haben wir hier natürlich nach anderen Wegen gesucht, diese Dringlichkeit zu erzeugen. Und das haben wir jetzt tatsächlich mehr über die Gesetzgebung erreicht als wirklich über den Verbraucher”.
Deshalb hat Retraced seinen Fokus auf die Modeunternehmen verlagert. Diesen werden nun Einblicke in die Nachhaltigkeit ihrer Lieferketten geboten, die es den Kunden von Retraced ermöglichen, verlässliche Informationen an relevante Stakeholder wie Verbraucher, Einzelhändler und Compliance-Abteilungen zu kommunizieren.

Mit Datenanalyse zur Nachhaltigkeit in der Lieferkette

Im Interview betont Pünder die Bedeutung von verantwortungsvoller Datenanalyse und Benchmarking bei der Messung von Nachhaltigkeit in der Lieferkette: “Bei uns geht es um das gesamte Thema Nachhaltigkeitsmanagement in der Modeindustrie. Das heißt, wir unterstützen Modeunternehmen, Marken oder auch Lieferanten dabei, Daten aus ihren Lieferketten zu sammeln, diese Daten auszuwerten und zu schauen, wo stehe ich eigentlich in Sachen Nachhaltigkeit und wo will ich hin und was muss ich noch tun, um von A nach B zu kommen und diese Daten und Analysen dann letztendlich an alle relevanten Stakeholder zu kommunizieren.”
Pünder diskutiert auch die Herausforderungen bei der Ausweitung der Plattform auf andere Branchen und die Vorteile der Fokussierung auf die Modebranche, in der Retraced über fundierte Expertise und einen großen Markt verfügt. Das Interesse des Unternehmens an Nachhaltigkeit entstand aus der Erfahrung, ein nachhaltiges Label zu gründen, und aus der Erkenntnis, wie wichtig Transparenz in der Lieferkette ist.

Abschließend geht es um die zukünftigen Herausforderungen für Retraced. Lukas erwähnt, dass vor allem die Skalierung der Plattform und der Aufbau von Vertrauen unter den Nutzern die wichtigsten Themen sind. Retraced habe bereits große Fortschritte bei der Förderung von Nachhaltigkeit in der Modeindustrie gemacht und mit der Unterstützung von Investoren wie Samaipata und Alstin Capital sei das Unternehmen gut aufgestellt, um weiterhin positive Veränderungen in der Branche voranzutreiben.

Ähnliche Artikel