In der Branche findet man den Vorschlag »weltfremd«

Cannabis-Startups wehren sich gegen Sperrflächen

09/10/2023
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Foto: unsplash

Dieser Vorschlag hat bei vielen Unternehmen der Branche Besorgnis ausgelöst, da er den Konsum von Cannabis in der Öffentlichkeit erheblich einschränken könnte. Die Unternehmen warnen davor, dass Patienten nun auf Google Maps nachschauen müssen, ob der Konsum an ihrem Standort erlaubt ist.

»Es darf nicht sein, dass Patienten und Patientinnen aufgrund der großen Sperrflächen erst einmal mit Google Maps abschätzen müssen, ob der Konsum überhaupt zulässig ist«, sagt Philip Schetter, Geschäftsführer von Cantourage.

Finn Hänsel, argumentiert als Gründer des Berliner Cannabis-Unternehmens Sanity Group, dass eine Einschränkung des Konsums die Illegalität nicht bekämpfe, sondern die Konsumenten nur an den Stadtrand treibe. Klaus Madzia, Chef der börsennotierten Firma Cannovum, kritisiert die Pläne der Länder als »politisches Kabuki-Theater«, in dem Ideologie wichtiger sei als praktikable Lösungen. »Wer Menschen auf riesige Umwege schickt, hilft am Ende nur dem Schwarzmarkt.«

Was die Ausweitung der Sperrflächen in der Praxis bedeuten würde, hat die Hasepost verdeutlicht: In München wäre der Konsum auf 48 Prozent der Stadtfläche schlicht verboten; bei Berlin sind es immerhin 36 Prozent. Insgesamt würden bei 20 großen Städten im Schnitt ein Viertel nicht für den öffentlichen Konsum von Cannabis zur Verfügung stehen.

Die Startups der Branche setzen ihre Hoffnungen nun auf einen vom Bundeskabinett verabschiedeten Gesetzesentwurf, der die Legalisierung von Cannabis ab Anfang nächsten Jahres vorsieht, allerdings mit kleineren Sperrzonen. Volljährigen ab 18 Jahren soll erlaubt sein, 25 Gramm Cannabis und drei Pflanzen für den Eigengebrauch zu besitzen. In Cannabis-Clubs wiederum dürfen Vereinsmitglieder die Droge anbauen und untereinander teilen. Cannovum-Chef Madzia zeigt sich überrascht von der großen Vorfreude darauf, da bereits eine beträchtliche Anzahl von Interessenten, die solche Clubs gründen möchten, ihr Interesse bei seinem Unternehmen bekundet habe.

 

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Finn Hänsel von der Sanity Group, Philip Schetter von der Cantourage Group und Benedikt Sons von Cansativa waren bereits im Startup Insider Podcast zu hören.

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